Vikos-Schlucht - Die tiefste Schlucht der Welt

Die Vikos-Schlucht befindet sich im Vikos-Aoos-Nationalpark, im nordwestlichen Epirus in Griechenland. Auf einer Länge von ca. zehn Kilometern erstreckt sich die Vikos-Schlucht zwischen den beiden Dörfern Monodendri und Vikos.

Die Vikos-Schlucht steht als tiefste Schlucht der Welt im Guinness-Buch der Rekorde. Die Kalksteinwände fallen ca. 1000 Meter fast senkrecht in die Tiefe.

Zagori

Die Gemeinde Zagori ist die flächengrößte und einwohnerärmste Gemeinde der Region. Zagori bedeutet „hinter dem Berg“ und umfasst 46 kleine Dörfer mit wechselvoller Geschichte. Die Dörfer zeichnen sich durch ihre Häuser aus, die aus regionalem, grauem Steinen gebaut sind. Mit den gleichen Steinen sind auch die Dorfstraßen gepflastert, sowie die Verbindungsstraßen zwischen den Dörfern.

Die 53 malerische Bogenbrücken dieser wasserreichen Gegend, bestehen aus dem gleichen Material. Die Gebirgslandschaft gehört zum Pindos-Gebirge und lädt zum Wandern ein.

 

Als wir aus Meteora aufbrechen regnet es. Dieser Regen begleitet uns die nächsten neun Tage während unseres Aufenthalts in Zagori.

Die gut ausgebaute Autobahn nach Ionnina ist menschenleer. Gelbe Warnlampen verbreiten in Nebel und Starkregen ein gespenstisches Licht. Die zahllosen Tunnel bieten willkommene Regenpausen. Ionnina hat eine schöne Lage am Pamvotida-See und eine hübsche Altstadt. Ohne den Dauerregen könnten wir den Aufenthalt genießen. Wir fahren weiter in die Berge nach Tsepelovo, einem dieser malerischen Bergdörfer, in dem wir neun Nächte verbringen. Das Gouris Guesthouse empfängt uns mit einem riesigen, bunten Blumengarten und besonderer Gastfreundschaft.

Jeder Tag ist ein Brückentag

Wegen des Regens planen wir unsere Unternehmungen erst nach dem Frühstück. Mit dem Auto besuchen wir zuerst die berühmte Plakidas Brücke bei Kipi. Die ursprüngliche Holzbrücke wurde im 19. Jh. durch eine dreibogige Steinbrücke ersetzt und ist heute die berühmteste und meistfotografierte Brücke der Region Wir folgen der Straße nach Kipi und sehen wenige Minuten später die ebenso sehenswerte Brücke von Lazaridis oder Kontodimou. Die Mylos Brücke befindet sich ebenfalls in der Umgebung von Kipi. Wir laufen über die zweibogige Brücke und finden einige Meter weiter eine verlassene Wassermühle. Die Inneneinrichtung scheint teilweise für Besucher rekonstruiert worden zu sein und gibt uns einen Eindruck des alten Müllerhandwerks wieder. Als Abschluss unseres Brückentages besuchen wir noch die Brücke von Noutsos oder Kokkoris. Sie wurde 1750 erbaut und überspannt den Fluss Voidomatis. Dank des Regens, spiegelt sich diese elegante, einbogige Brücke wunderschön im Wasser wider.

Aussichtspunkt Oxya

Auf dem Weg zum Aussichtspunk Oxya passieren wir den Stone Forest. Die Felsformationen erscheinen uns wie große „Pfannkuchenfelsen“. Eine geologische Besonderheit lässt die Felsen quer brechen. Ein Vorteil beim Bauen, denn die gebrochenen Steine haben gleich zwei glatte Seiten.

Am Ende der Zufahrtsstraße parken wir und laufen ein kurzes Stück zum Aussichtspunkt. Der Blick in die Vikos-Schlucht ist atemberaubend

Wanderung Vradeto Steps und Beloi Aussichtspunkt

Der Weg von Kapesovo nach Vradeto gefällt uns so gut, dass wir in zweimal gehen.

Bis 1975 war der gepflasterte Weg entlang des Steilhangs die einzige Verbindung zwischen den beiden Dörfern.

Obwohl er recht steil ist, genießen wir die Aussicht und den wunderschönen Weg. In Vradeto entdecken wir ein hübsches Café in der alten Dorfschule und halten für griechischen Kaffee mit Lukuma. Kostatina, die Inhaberin hat das Café wirklich hübsch und romantisch hergerichtet. Der Zitronenkuchen ist sehr zu empfehlen. Dann laufen wir weiter zum Beloi-Aussichtspunkt über die Vikos-Schlucht und genießen die Aussicht diesmal von der anderen Seite der Schlucht.

Unterwegs treffen wir eine nette Familie, die um einen einsamen, winselnden Welpen besorgt ist. Das fluffige Knäuel gehört zur Sorte der Hütehunde und ist alleine, weil seine Mutter gerade arbeitet. Nach einer Weile erhört sie sein winseln und kommt um ihn zu säugen. Wir nehmen respektvoll Abstand, weil diese Hunde halb wild sind. Die Hündin ist jedoch sehr friedlich. Auf dem Rückweg müssen wir noch einmal im netten Kaffee halt machen und treffen ein freundliches Paar, das mit dem Auto unterwegs ist und uns anbieten, uns mitzunehmen. Gerne möchten wir den schönen Weg zu Fuß gehen, da jedoch der Regen wieder einsetzt, nehmen wir das Angebot dankbar an.

Abends beim Essen erzählt uns ein Deutsch-Grieche, der aus Tsepelovo stammt und hier ein Haus hat, dass vor einer Woche nachts ein Bär den Weg ins Dorf gefunden habe. Er berichtet auch, dass hier jedes Jahr ein Bergmarathon mit internationalen Athleten stattfindet und dann ca. 5000 Menschen das kleine Dorf besuchen.

Freilichtmuseum Gyttokampos

Ein Ausflug führt uns zu den Hütten des Gyttokampos. Die Bienenkorbförmigen Strohhütten wurden früher von den Sarakatsani (griechische Volksgruppe) in ihren Lagern gebaut. Die Sarakatsanen waren ein Nomadenstamm aus dem Pindosgebirge, die über ganz Griechenland und den Balkan verbreitet waren und mit ihren Ziegen und Schafen umherzogen. Nach dem Zweiten Weltkrieg gaben sie ihre Lebensweise auf. Jede der Museumshütten ist entsprechend der Nutzung mit Altagsgegenständen ausgestattet, von Betten über Kochgeschirr bis hin zu Webstühlen und Käsereiwerkzeugen.

Die Waserfälle von Iliochori

Weil sich das Wetter weiter hält, fahren wir nach Iliochori und wandern zu den Wasserfällen. Es sind insgesamt drei Wasserfälle. Auf halber Strecke befindet sich eine kleine Kirche. Unterwegs im Wald treffen wir einen Hirten mit seinen Ziegen.

Der Weg ist länger und steiler als wir dachten und stellenweise sehr rutschig. Der kraftvolle Wasserfall ist jedoch die Mühe wert. Bei warmem Wetter lädt sein Pool zum Baden ein. Vor Ort haben die Bewohner des Dorfes Steinbänke zum Verweilen gebaut.

Wanderung zur Missios Brücke

Von Monodendri aus laufen wir einen wunderschönen Weg hinab, der zuerst durch ein Birkenwäldchen führt. Irgendwann wird der Weg steiler, dunkler, sehr glitschig und schwierig zu gehen. Dann fängt es auch noch an zu regnen. Nach etwa einer Stunde erreichen wir durchnässt das Dorf Vitsa. Hier kehren wir erst einmal ins nächste Café ein. Als der Regen aufhört folgen wir einem Wegweiser auf den Treppenweg zur Missios Brücke. Wir erreichen die Vikos-Schlucht. Unten am Vikos-Fluss führt zwar ein Weg zurück nach Monodendri, der aber leider nur in der Trockenzeit passierbar ist. Also steigen wir die Treppen wieder hinauf. Auf dem Weg fängt es wieder an zu regnen und wir suchen Schutz bei einer Kapelle.

Um uns den Rückweg durch die rutschige Schlucht zu ersparen, folgen wir der Autostraße von Vitsa nach Monodendri. Hier genießen wir erst einmal Salat und Kaffee, den wir uns verdient haben. Vom Café aus laufen wir dann noch den kurzen Weg zum Agia Paraskevi Kloster und genießen noch einmal den Blick in die Vikos-Schlucht.

Vikos-Quellen

Von Tsepelovo aus fahren wir in einem weiten Bogen zum Dorf Vikos, um die Vikos-Quellen zu besuchen.

Im Dorf schließt sich uns ein großer blinder Hund an, der uns den langen Abstieg über gepflasterte Stufen begleitet. Nach ca. einer Stunde sehen wir einen Wegweiser, der den Weg zum Fluß Vikos und nach Monodendri weist. Wir entscheiden uns für den ersten Weg, der steil direkt nach unten führt. Nach noch mal 10 Minuten erreichen wir den Vikos Fluss, einen wirklich bezaubernden Ort. Hier entspringt auch eine kleine Quelle, die wir für eine der Vikos Quellen halten.

Wir bleiben lange und machen uns dann auf den Rückweg. Später beim Kaffee sagt uns ein Blick in die Wanderkarte, dass der Weg zu den eigentlichen Quellen auf dem Wanderweg nach Monodendri gelegen wäre! Der Weg von Vikos nach Monodendri ist eine Wanderung von ca. 5 Stunden, die mit Sicherheit lohnenswert ist.

Auf dem Rückweg nach Tsepelovo fahren wir durch Aristi und finden endlich einen Minimarket wo wir Obst, Gebäck und Nüsschen für weitere Wanderungen kaufen können. Irgendwo unterwegs begegnet uns eine Bande von ca. acht Hunden, die unser Auto erwartungsvoll anschauen, als wollten sie Maut kassieren. Als wir anhalten laufen die freundlichen Tiere aber schon auseinander und das Bild ist zerstört.

Tsepelovo

Auf dem Dorfplatz stehen zwei riesige, beeindruckende, alte Platanen, deren Äste aneinander reichen und ein großes Zelt bilden. Unsere Zimmerwirtin hat uns in ihr kleines Café Gouris eingeladen, das sie am Dorfplatz betreibt. Als der Regen nachlässt schlendern wir durchs Dorf und finden einen Wanderweg aus dem Dorf heraus, der schnell steil wird. Wir sind auf der Marathonstrecke. Beim Blick zurück sehen wir wie sich das Dorf langsam in Wolken hüllt. Ein mystischer Herbsttag.

Auch Tsepelovo hat eine alte Bogenbrücke. Sie liegt auf der alten Straße, die Tsepelovo mit Kipi verbindet. Die Straße ist ein breiter Feldweg, der von Tselepolo steil bergab zur Brücke führt und anschließend bergauf durch den Wald verläuft. Trotz der Steigung lässt sich der Weg prima laufen und nach ca. drei Stunden folgen wir dem Weg bergab nach Kipi. Nach einer kurzen Rast fängt es wieder einmal an zu regnen. Es ist schon später Nachmittag und es gibt keine öffentlichen Verkehrsmittel. Daher beschließen wir zurück zu trampen. Eine junge Frau fährt uns nach Kapesovo, das eigentlich nicht auf ihrer Strecke liegt. Wir revanchieren uns mit einem Obolus in ihre Urlaubskasse. Anschließend hat ein Lastwagenfahrer Mitleid und nimmt uns auf der offenen Ladefläche mit. Nach ca. 15 Minuten Fahrt hält er an einem Mäuerchen, um uns das Runterklettern zu erleichtern. Die anschließende heiße Dusche tut sehr gut! Abends gehen wir ein letztes Mal zu unserem „Lieblingsgriechen“ Zagorisio, einer einfachen Taverne mit leckerem Essen und herzlichem Gastgeber.

Liste der Bogenbrücken (Auszug)

  • Plakidas-Brücke bei Kipoi
  • Brücke von Lazaridis oder Kontodimou
  • Brücke von Petsioni
  • Brücke von Noutsos oder Kokkoris
  • Misiou Brücke
  • Tsepelovo Brücke

Tipp

Landkarte entweder vor Ort erhältlich oder schon vor dem Urlaub einkaufen

Zagori, Valia Kalda, Metsovo Wanderkarte 1:40.000

Tsepelovo Mountain Running hier https://www.zagorirace.gr/

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